Wenn Jugendliche vor dem wichtigen Schritt stehen sich nach der Schulzeit für einen Beruf zu entscheiden, ist das nicht nur für sie selbst eine enorme Herausforderung. Auch für die Eltern ist das eine nervenaufreibende Zeit, denn selbstverständlich möchten Sie Ihren Kindern die bestmögliche Unterstützung bieten. Allzu leicht gerät man dabei in Gefahr, die Zügel komplett aus den Händen des Kindes zu nehmen – doch damit ist Ihrem Kind am wenigsten geholfen. Die Balance zwischen zu viel und zu wenig Hilfe ist schwer zu finden, daher haben wir sieben Tipps für Sie, wie Sie Ihr Kind in dieser wichtigen Lebensphase aktiv unterstützen können, ohne zu stark in den Selbstfindungs- und Entscheidungsprozess Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes einzugreifen.

Eltern und Kind vor dem Laptop

1.   Reden ist Gold

Die grösste Herausforderung besteht für die meisten Jugendlichen in der Entscheidungsfindung: Die Auswahl an Berufen und Möglichkeiten ist riesig. Viele Schülerinnen und Schüler stehen schon bei der Auswahl der Branche oder der Art des Berufs respektive der Lehre vor der grössten Hürde. In diesem Fall können Sie Ihr Kind unterstützen, indem Sie mit Ihrem Kind über dessen Wünsche und Vorstellungen sprechen – und über Ihre eigenen. Erzählen Sie von Ihrem eigenen Job und Berufsleben. Was machen Sie, was gefällt Ihnen daran, was stört Sie manchmal in Ihrem Berufsalltag? Oft kommt die Erkenntnis darüber, was man will über die Gewissheit, was man NICHT will. Sie können Ihrem Kind durch offene Gespräche dabei helfen, eigene Vorstellungen zu entwickeln und sich ein Bild vom eigenen Traumberuf zu machen.

2.   Möglichkeiten aufzeigen

Manche Jugendliche haben bereits eine Vorstellung davon, in welche Richtung ihre Lehre gehen soll. Dann besteht die Herausforderung eher darin, die richtige Lehrestelle bei einem passenden Ausbildungsbetrieb zu finden – und sie auch zu bekommen. In diesem Fall, aber auch bei ganz unentschlossenen können Sie Ihr Kind bei der Suche gut unterstützen, indem Sie sinnvolle Möglichkeiten aufzeigen, wie zum Beispiel eine Schnupperlehre oder eine Berufsberatung. Laut Nahtstellenbarometer August 2019 nehmen bisher nur 20 % der Schulabgänger das Angebot einer professionellen Berufsberatung in Anspruch. Dabei kann gerade auch die Sicht einer neutralen, aussenstehenden Person Licht ins Dunkel bringen und durch gezielte Fragen die Interessen und Vorstellungen Ihres Kindes zutage bringen.

Dass Schnupperlehren einen grossen Beitrag bei der Berufswahl und bei der Bewerbung haben, können Sie auch in unserem Blogbeitrag «School’s out! Wie geht’s nun weiter?» nachlesen. Natürlich bieten auch wir bei der ETAVIS die Möglichkeit einer Schnupperlehre an. Hier gibt es mehr Infos:

Schnuppern bei ETAVIS

3.   Eltern können ein wichtiger Türöffner sein

Durch Ihre eigenen Erfahrungen und Kontakte können Sie Ihrem Kind dabei helfen wichtige Kontakte zu knüpfen. Nutzen Sie Ihr berufliches und privates Netzwerk – und ermutigen Sie Ihr Kind dazu, es ebenfalls zu nutzen. Die Verbindung zu Ihnen kann dabei helfen, bei Ihrem Kind die Hemmschwelle abzubauen und unbekannte Personen zu kontaktieren. Sie wären überrascht, wie viel gutes Networking bewirken kann: Oft erfährt man durch «Vitamin B» von freien Ausbildungsplätzen, weniger bekannten Ausbildungsberufen oder von Ausbildungsbetrieben, die einem bis dahin unbekannt waren.

4.   Bleiben Sie dran!

Sie kennen Ihr Kind am besten und können daher sicherlich auch am besten einschätzen, wann Ihre Tochter oder Ihr Sohn gerade einen kleinen Durchhänger hat, eine Motivationsspritze braucht, ideenlos oder abgelenkt ist, den Mut oder den Durchblick verliert. Tun Sie das, was Eltern besser als alle anderen können: Motivieren, anspornen, nachhaken, kritisch hinterfragen, dranbleiben und ermuntern Sie Ihr Kind auch mal dazu, etwas Neues auszuprobieren.

Vater und Sohn vor dem Laptop

5.   Vier Augen sehen mehr als zwei

Sobald die Entscheidung gefällt ist, können Sie Ihr Kind auch beim Bewerbungsprozess selbst massgeblich unterstützen. Auch für Berufs- und Bewerbungs-Erfahrene ist es keine leichte Aufgabe, ein Bewerbungsschreiben zu formulieren und den Überblick über alle notwendigen Unterlagen zu bewahren – erst recht nicht bei der allerersten Bewerbung. Hier können Sie Ihrem Kind am besten helfen, indem Sie einen Blick auf die Bewerbungsunterlagen werfen. Sind alle Unterlagen da? Ist das Anschreiben verständlich formuliert und fehlerfrei? Ist es Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn gelungen, seine oder ihre Interessen und Kenntnisse positiv herauszustellen? Ist die Bewerbung überzeugend?

Wichtig ist hierbei jedoch: Nur gegenlesen, nicht selbst schreiben! Personaler merken es sofort, wenn Formulierung und Schreibstil nicht zum Alter und Kenntnisstand des Bewerbers passen. Zu viel Hilfe kann hier leicht nach hinten losgehen.

6.   Seien Sie eine emotionale Stütze bei Rückschlägen

Nur sehr selten klappt es direkt bei der ersten Bewerbung. Fehlschläge sind in dieser Phase des Lebens leider vorprogrammiert – helfen Sie Ihrem Kind dabei, Absagen und Rückschläge zu überwinden, daraus zu lernen und wieder neuen Mut zu fassen.

7.   Nehmen Sie sich auch mal zurück

Haben Sie Geduld und Vertrauen in Ihr Kind und dessen Fähigkeiten. Geben Sie ihm Raum eigene Erfahrungen aber auch eigene Fehler zu machen, daraus zu lernen und daran zu wachsen. Nehmen Sie Ihrem Kind auf keinen Fall die Verantwortung für seine eigene Zukunft komplett ab – davon hat am Ende niemand etwas gewonnen.

 

Sie als Eltern sind für Ihre Kinder mit grossem Abstand die bedeutendste Unterstützung beim Übergang von Schule zu Beruf. Auch wir bei der ETAVIS möchten Ihnen dabei helfen, Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen. Auf den Lehre-Seiten unserer Internetseite und in unserem Blog finden Sie daher auch interessante und relevante Informationen und Beiträge für Eltern. Schauen Sie gerne mal rein.

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