Die Vögel zwitschern, die Temperaturen steigen – der Frühling steht nun definitiv vor der Tür. Und mit ihm rücken auch die jährlichen Lehrabschlussprüfungen immer näher. Unter der prüfenden Aufsicht unserer Fachleute und Berufsbildner:innen, stellen sich unsere Lernenden aktuell einer realen Probe-LAP.

Praktische Aufgaben, mündliche Befragungen sowie eine schriftliche Prüfung. Jedes Jahr stellen unsere Berufsbildner:innen und Fachpersonen eine komplette Probe-LAP für unsere angehenden Elektroinstallateur:innen und Montage-Elektriker:innen zusammen. Diese dient in einem ersten Schritt als Standortbestimmung um zu sehen, was die Lernenden schon gut beherrschen und woran sie noch arbeiten müssen. «Die komplette Probeprüfung wird auf 7 Tage aufgeteilt, die über mehrere Wochen stattfinden», erklärt Berufsbildner Hansjörg Güller. Das Erscheinen zu diesen Probeprüfungen sei für alle Lernenden obligatorisch. «Im ersten Moment haben sie vielleicht nicht wirklich Lust darauf. Es ist natürlich auch sehr anstrengend. Aber am Ende sind die meisten schon sehr froh und dankbar, dass sie alles einmal üben konnten, bevor es dann ernst gilt», so Hansjörg Güller.

Aktuell erscheint praktisch jede Woche eine kleine Gruppe von Lernenden in unseren Werkstätten, um die praktische Probeprüfung zu absolvieren. Vor ein paar Tagen schaute ich – die Autorin dieses Beitrages – in Zürich vorbei und traf da auf zwei Lernende, die ganz vertieft mit ihren Aufgaben beschäftigt waren.

Im Gespräch mit den Lernenden

«Möchten Sie sich das mal ansehen?», fragt mich auf einmal einer der Lernenden, nachdem ich ihn ein paar Minuten bei seinem Handwerk beobachtet hatte. «Sehr gerne!»

Tiberio ist 19 Jahre alt und steht kurz vor seiner Abschlussprüfung zum Elektroinstallateur EFZ. Er schiebt seinen Hocker etwas zur Seite, damit ich seine Arbeit besser begutachten konnte, und schraubt dann sofort weiter, während er zu erzählen beginnt.

Tiberio: «Ich installiere gerade eine universelle Kommunikationsverkabelung. Würde ich das jetzt bei einem Kunden machen, wäre das beispielsweise für seine Internetverbindung oder seinen Telefonanschluss.»

P1050651Tiberios Aufgab umfasst die Installation einer universellen Kommunikationsverkabelung.

Autorin: «Multitasking! Du kannst also arbeiten und gleichzeitig etwas darüber erzählen? Wie heisst es so schön: Männern liegt das im Normalfall eher weniger?»

Tiberio: *Lacht* «Das ist so! Aber ich habe nur 2 Stunden für diese Aufgabe Zeit und möchte daher Vollgas geben. Somit weiss ich dann auch für die richtige LAP, wie ich meine Zeit einteilen muss.»

Autorin: Wie findest du es denn, eine solche Möglichkeit vom Betrieb zu erhalten?

Tiberio: Sich auf Prüfungen vorzubereiten, macht eigentlich nie richtig Spass… und wegen dem Zeitdruck sind diese Tage auch ziemlich anstrengend. Andererseits geben mir diese Probedurchläufe eine gewisse Sicherheit, was sehr viel Wert ist. Es nimmt mir ausserdem viel Nervosität vor der richtigen LAP und ich weiss danach, woran ich noch arbeiten muss. Daher finde ich es super.

Autorin: Fühlst du dich denn schon gut vorbereitet?

Tiberio: Ich muss ehrlich sein… Ausser dieser Probe-LAP habe ich bisher noch nichts geübt. Aber ich bin allgemein sehr interessiert an der gesamten Materie und habe während der gesamten Lehrzeit – im Betrieb sowie auch in der Schule – immer viele Fragen gestellt. Das zahlt sich jetzt natürlich aus.

 

Bevor ich Tiberio noch mehr wertvolle Zeit rauben konnte, höre ich es nebenan Blättern. Ich schaue hinter der Wand hervor und entdecke an einem weiteren Arbeitsplatz den 19-jährigen Marvin, ebenfalls angehender Elektroinstallateur EFZ, der gerade nochmals seinen Auftrag studiert.

Marvin: Hmm… ich stehe gerade ein wenig auf dem Schlauch.

P1050665Marvin studiert nochmals seinen Auftrag.

Autorin: Zum Glück passiert dir das jetzt und nicht an der richtigen LAP. 

Marvin: Ja, da haben Sie vollkommen recht.

Autorin: Aber bisher lief alles nach Plan?

Marvin: Ja, bisher lief alles reibungslos. Nur die Zeit macht mir ein wenig zu schaffe. Im Alltag haben wir tendenziell mehr Zeit, als wir an der Prüfung bekommen. Daher bin ich schon sehr froh, dass ich das hier alles nochmals üben kann, bevor es ernst gilt…

Herr Güller, können Sie mir hier kurz weiterhelfen?

«Nein, Marvin, leider nicht. Mach so weit wie du kommst. Nach Ablauf der Zeit schauen wir das dann gemeinsam an.»

Klingt erstmal nicht so nett – aber an der richtigen LAP hilft einem ja auch keiner. Und hier will man ja so reale Bedingungen wie möglich schaffen. Doch Marvin scheint gerade einen Geistesblitz zu haben und macht sich eifrig wieder an die Arbeit.

«Nachdem wir die praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen einmal komplett durchgespielt haben, benoten wir die Lernenden nach dem realen Bewertungsraster. Daran erkennen sie dann, welche Themen sie bis zur LAP nochmals repetieren müssen und wo sie schon gut vorbereitet sind», erklärt Hansjörg Güller.

Wie sich unsere Lernenden bei den mündlichen Probeprüfungen geschlagen haben, erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag!

Wir drücken schon heute all unseren Lernenden, die kurz vor der LAP stehen, die Daumen und wünschen eine gute Vorbereitung und viel Erfolg an den Prüfungen!

 

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